Blog · Geld und Business · 5 Min. Lesezeit
Beziehung zu Geld verbessern: Kommt das Geld nicht zu dir, oder bleibt es nicht bei dir?
Du willst deine Beziehung zu Geld verbessern? Zwei Fragen bringen dich weiter: Kommt das Geld nicht zu dir, oder bleibt es nicht bei dir?
Von Fabian Schaub · 3. September 2026

Du verdienst gut. Trotzdem ist am Monatsende weniger übrig, als du erwartet hast. Oder umgekehrt: Du weißt genau, wie du sparst und hältst, aber neue Aufträge, neue Kunden, neue Wege, Geld zu verdienen, kommen einfach nicht.
Beides fühlt sich wie ein Geldproblem an. Es sind aber zwei verschiedene Themen, und die Verwechslung kostet dich Zeit, in der du am falschen Punkt arbeitest.
Ich stelle mir seit Jahren eine einzige Frage, wenn ich meine Beziehung zu Geld verbessern will: Kommt das Geld nicht zu dir, oder bleibt es nicht bei dir? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du diese Frage für dich beantwortest, ohne daraus eine starre Regel zu machen.
Die kurze Antwort
Zwei Geldthemen lassen sich unterscheiden, aber nur eines betrifft dich gerade wirklich. Kommt zu wenig Geld zu dir, hängt das häufig mit Leistung zusammen: verkaufen, sichtbar sein, den nächsten Schritt gehen. Bleibt Geld nicht bei dir, obwohl genug reinkommt, hängt das häufig mit Versorgung zusammen: halten, sparen, dir selbst etwas gönnen dürfen. Welche Frage bei dir gerade trägt, findest du nicht am Kontostand heraus, sondern an dem, was du dabei fühlst.
Eine Hypothese aus eigener Erfahrung
Ich habe diese Frage nicht am Schreibtisch entwickelt, sondern an mir selbst erlebt. Als die Firma zum ersten Mal richtig lief, dachte ich, das Geldthema wäre erledigt. War es nicht. Ich konnte generieren, richtig gut sogar, aber ich hatte kein Gefühl dafür, was davon eigentlich bei mir bleiben durfte.
Das ist meine Erfahrung, keine Formel für dich. Ich sage bewusst: Eine Hypothese ist das, kein Diagnosewerkzeug, das du von außen an deinen Kontoauszug hältst. Ob bei dir gerade das Kommen oder das Bleiben das Thema ist, entscheidet sich nicht am äußeren Anlass, sondern an dem, was in dir passiert, wenn du an Geld denkst. Zwei Menschen mit derselben Charakterstruktur, also derselben Art, wie sie seit Kindheit auf die Welt reagieren, können trotzdem völlig unterschiedliche Geldthemen mitbringen.
Ich sage in der Ausbildung: „Wenn du Geld verdienen willst, dann muss das Geld immer im Kontext zu einem Wert stehen."
Wie ich selbst darauf komme
Ein Satz, den wir in der Ausbildung häufig hören, lautet: Wie war dein Vater mit Geld umgegangen? Die Frage klingt eng, meint aber etwas Größeres: Wie wurde in deiner Kindheit über Tun, Leisten und Geld verdienen gesprochen? Wurde gearbeitet, ohne dass es je genug war? Wurde großzügig gegeben, ohne dass je etwas zurückkam?
Wichtig ist mir dabei eine Einschränkung, die ich nicht unter den Tisch fallen lassen will: Geldverdienen ist nicht rein eine Sache des Vaters. Es steckt auch immer ein Stück Versorgung darin, also ein Stück Mutter. Die zwei Fragen, die ich oben gestellt habe, sind ein Startpunkt für deine eigene Beobachtung, keine Trennlinie, die exakt zwischen Mutter und Vater verläuft.
Die Adresse liegt in den ersten sieben Lebensjahren
Bis etwa acht Monate lernst du, ob die Welt grundsätzlich sicher ist. Bis etwa zweieinhalb Jahre lernst du, ob genug für dich da ist, und ob es bleibt, wenn du es einmal hast. Bis etwa vier Jahre lernst du, wie viel Macht und Autonomie dir zusteht. Bis etwa sieben Jahre lernst du, was Leistung mit Anerkennung zu tun hat.
Wenn Geld bei dir nicht bleibt, lohnt sich der Blick auf die Zeit, in der du gelernt hast, ob etwas Bestand hat. Wenn Geld nicht zu dir kommt, lohnt sich der Blick auf die Zeit, in der du gelernt hast, was dein eigenes Tun wert ist. Beide Fenster liegen in denselben ersten sieben Lebensjahren, nur an unterschiedlichen Stellen.
Ich habe das in der Ausbildung oft an ganz unterschiedlichen Menschen gesehen: Zwei Unternehmerinnen mit sehr ähnlicher Charakterstruktur, also einer ähnlichen Grundreaktion auf die Welt seit Kindheit, hatten trotzdem völlig unterschiedliche Geldthemen. Die eine konnte verkaufen, aber jeder Euro war sofort wieder ausgegeben. Die andere hatte ein volles Konto, aber verpasste jede Gelegenheit, ihr Angebot sichtbar zu machen. Zwei Menschen, dieselbe Grundstruktur, zwei völlig verschiedene Adressen im Kindheitsfenster.
Genau deshalb bringt ein Merksatz wie Kommen ist immer Vaterthema und Bleiben ist immer Mutterthema nichts. Er wäre bequem, aber er wäre falsch. Was wirklich zählt, ist die konkrete Prüfung an deinem eigenen Erleben, nicht die Anwendung einer Regel auf dein Leben.
Auch die Lautstärke, mit der ein Geldthema bei dir auftritt, sagt für sich genommen wenig. Ein leiser, ständiger Zweifel kann genauso viel Gewicht haben wie eine laute Krise am Monatsende. Was zählt, ist nicht, wie sichtbar das Thema ist, sondern wie oft es an derselben Stelle wiederkehrt, egal ob laut oder leise.
Was du jetzt tun kannst
Drei Schritte, um deine Beziehung zu Geld ehrlich anzuschauen, ohne dich selbst zu etikettieren:
- 1Führe zwei Wochen eine einfache Notiz: Kam Geld diese Woche zu mir, wie ich es erwartet hatte? Blieb es, oder ist es sofort wieder gegangen?
- 2Frag dich bei jeder größeren Ausgabe, bevor du sie machst: Fühlt sich das nach genug an oder nach einem Loch, das ich stopfen muss?
- 3Sprich einmal laut aus, an wen du dabei gerade denkst, wenn du Geld ausgibst oder zurückhältst. Oft ist die Antwort schneller da, als du erwartest.
Nach zwei Wochen hast du keine fertige Diagnose, sondern ein Muster, das du vorher nicht gesehen hast. Das reicht schon, um beim nächsten Gespräch übers Geld, mit dir selbst oder mit deiner Partnerin, anders anzusetzen.
Prägung bleibt, dein Erleben ändert sich
Deine Charakterstruktur wirst du nicht abschaffen. Was sich verändert, ist dein Erleben und deine Handlungsoptionen im Umgang mit Geld. Genau deshalb ist eine einzelne Erkenntnis selten genug, und genau deshalb ist die Community, die ich mit Daniel Doray aufgebaut habe, auf Dauer angelegt und nicht auf einen Kurs mit Enddatum.
Eine Studie von Klontz aus dem Jahr 2011 zeigt, dass sich unbewusste, in der Kindheit geprägte Geldüberzeugungen empirisch in wenige Grundmuster clustern lassen und messbar mit späterem Einkommen und Vermögen zusammenhängen.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, ob mein Thema Kommen oder Bleiben ist?
Beobachte dich über einige Wochen bei echten Geldsituationen, nicht in der Theorie. Merkst du eher, dass Chancen an dir vorbeigehen, oder merkst du eher, dass Geld kommt und gleich wieder verschwindet? Die erste Beobachtung zeigt dir mehr als jede einmalige Selbsteinschätzung.
Ist das eine feste Regel, die immer gilt?
Nein. Es ist eine Ausgangsfrage, keine Sortierregel. Ob dein Thema Kommen oder Bleiben ist, entscheidet sich an deinem eigenen Erleben in der jeweiligen Situation, nicht an einer allgemeinen Formel, die von außen über dich urteilt. Zwei Menschen mit demselben äußeren Geldproblem können an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen müssen.
Kann Coaching mein Geldthema lösen?
Coaching kann dir zeigen, wo dein Muster herkommt und wie du anders handeln kannst. Ich bin Coach für kindheitliche Prägungsmuster, kein Therapeut, und ich kann dir keine Heilung oder eine bestimmte Kontostandshöhe versprechen. Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung.
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Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Der Autor
Fabian Schaub
Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte
Wenn du das Muster bei dir sehen willst.
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