Fabian Schaub

Blog · Beziehung · 2 Min. Lesezeit

Der große Altersabstand zwischen euren Kindern

Zwischen euren Kindern liegen viele Jahre. Warum in solchen Entscheidungen oft mehr steckt als Planung und was das für die Kinder bedeutet.

Von Fabian Schaub · 10. Mai 2026

Zwischen euren Kindern liegen sieben Jahre. Oder neun. Oder zwölf.

Meistens gibt es dafür eine Erklärung, die stimmt: Es hat nicht früher geklappt. Es hat beruflich nicht gepasst. Es war eine bewusste Entscheidung.

Und manchmal steckt dahinter noch etwas anderes, über das selten gesprochen wird.

Dieser Beitrag behauptet nicht, dass ein großer Abstand ein Problem wäre. Er beschreibt Zusammenhänge, die in Gesprächen immer wieder auftauchen.

Der Zeitpunkt ist selten zufällig

Wenn ein zweites Kind viele Jahre später kommt, ist der Zeitpunkt oft mit etwas verknüpft.

Wenn das erste Kind aus dem Gröbsten raus ist. Bei vielen Paaren fällt das mit dem Ende der intensiven Kleinkindzeit zusammen, ungefähr um das siebte Lebensjahr des ersten Kindes.

Das ist praktisch nachvollziehbar. Es ist auch der Punkt, an dem in einer Beziehung eine Lücke sichtbar wird. Solange ein kleines Kind da ist, gibt es eine gemeinsame Aufgabe. Wenn es selbstständiger wird, wird der Raum leerer.

Nach einer Krise. Manche Paare bekommen ein zweites Kind nach einer schwierigen Phase, nach einem Beinahe-Aus, nach einer Klärung.

Das kann ein Neuanfang sein. Es kann auch etwas anderes sein: eine gemeinsame Aufgabe, die eine offene Frage überdeckt.

Warum das wichtig ist

Nicht um jemandem etwas vorzuwerfen.

Sondern weil ein Kind, das in eine Lücke geboren wird, unbewusst eine Rolle bekommt. Und Kinder übernehmen solche Rollen zuverlässig.

Was das mit einem Kind macht, das Bindeglied ist, steht in diesem Beitrag.

Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht: War die Entscheidung richtig? Sondern: Wofür ist dieses Kind da, außer für sich selbst?

Wenn die Antwort lautet: für nichts weiter, dann ist alles in Ordnung.

Was für die Kinder anders ist

Bei großem Abstand wachsen zwei Einzelkinder auf, nicht zwei Geschwister.

Sie teilen keinen Alltag, keine Freunde, keine Entwicklungsstufe. Das ist weder gut noch schlecht, aber es ist etwas anderes als das, was man sich unter Geschwistern vorstellt.

Zwei Dinge kommen häufig vor.

Das ältere Kind übernimmt Elternfunktionen. Es passt auf, es hilft, es wird gelobt dafür. Das fühlt sich für alle gut an und ist eine Last, die ein Kind nicht tragen sollte. Wer früh Verantwortung für ein Geschwisterkind übernommen hat, wird später oft der, der immer für andere sorgt.

Das jüngere Kind wächst mit älteren Eltern auf, die entspannter sind, aber weniger Energie haben. Auch das ist nicht schlecht, nur anders.

Was ihr tun könnt

Das ältere Kind nicht zum Miterzieher machen. Helfen ist gut, Verantwortung tragen nicht. Der Unterschied liegt darin, ob es freiwillig ist und ob es aufhören darf.

Beiden Kindern eigene Zeit geben. Getrennt, nicht immer als Familie.

Und einmal ehrlich schauen, was zwischen euch war, als die Entscheidung fiel. Nicht als Vorwurf, sondern als Klärung. Wenn ein Kind eine Beziehung reparieren sollte, ist die Beziehung damit nicht repariert, und es lohnt sich, das anzuschauen, bevor das Kind alt genug ist, es zu merken.

Was in den ersten sieben Lebensjahren eines Kindes gelernt wird, steht in diesem Beitrag.

Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Fabian Schaub

Der Autor

Fabian Schaub

Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte

Wenn du das Muster bei dir sehen willst.

Daniel und ich bauen gerade die Community Beziehungsdynamiken. Start ist im Oktober 2026, die Warteliste ist offen.

Die Community Beziehungsdynamiken startet im Oktober 2026, 149 Euro im Monat, monatlich kündbar. Wer auf der Warteliste steht, erfährt es als Erste oder Erster.

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