Blog · Körper und Gefühl · 3 Min. Lesezeit
Verspannter Nacken: Was hältst du zurück?
Massage hilft für zwei Tage, dann ist es zurück. Warum dauerhafte Verspannung oft mit zurückgehaltenen Impulsen zu tun hat und was das heißt.
Von Fabian Schaub · 7. Juni 2026
Du warst beim Arzt. Nichts gefunden. Du warst bei der Massage, das hat gutgetan, für zwei Tage.
Du hast den Bürostuhl getauscht, den Bildschirm höher gestellt, Übungen gemacht. Und der Nacken ist immer noch hart.
Wenn das seit Jahren so geht, lohnt sich eine andere Frage als die nach der Haltung.
Zuerst das Wichtigste
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Abklärung. Wenn du Schmerzen hast, die ausstrahlen, die nachts schlimmer werden oder mit Taubheit einhergehen, geh zum Arzt. Es gibt körperliche Ursachen, und die gehören zuerst ausgeschlossen.
Was hier steht, gilt für den Fall, dass körperlich nichts gefunden wurde und es trotzdem nicht weggeht.
Was Verspannung eigentlich ist
Ein Muskel, der angespannt ist, hält etwas.
Das ist keine Metapher, das ist seine Funktion. Er hält Gewicht, oder er hält eine Bewegung zurück.
Wenn du dich erschreckst, ziehst du die Schultern hoch. Wenn du wütend bist und es nicht zeigen willst, spannst du Kiefer und Nacken an. Wenn du weinen willst und es nicht tust, zieht sich der Hals zu.
Das passiert bei jedem, jeden Tag, und es löst sich normalerweise wieder.
Es löst sich nicht, wenn das Zurückhalten zum Dauerzustand geworden ist.
Die Impulse, die am häufigsten festgehalten werden
Zwischen deiner Psyche und deinem Körper stehen Spannungen. Das sind Impulse, die du nicht rauslässt. Vier kommen immer wieder vor: Wut, Trauer, Aggression und Sexualität.
Festgehalten werden sie von zwei Gefühlen, die jeder kennt: Schuld und Scham.
Ein Kind, das gelernt hat, dass Wut in der Familie gefährlich ist, hält Wut zurück. Nicht bei einem Anlass, sondern grundsätzlich. Und dieses Zurückhalten ist eine körperliche Leistung, die es nie wieder abstellt.
Wenn du dreißig Jahre lang etwas hältst, wirst du irgendwann verspannt sein. Und der Bürostuhl hat damit wenig zu tun.
Woran du erkennst, ob das bei dir eine Rolle spielt
Ein paar Fragen, ehrlich beantwortet.
Wann warst du das letzte Mal richtig wütend, so dass man es gesehen hat? Wenn dir dazu nichts einfällt, ist das eine Information.
Wann hast du das letzte Mal geweint? Und dieselbe Frage.
Was passiert bei dir, wenn jemand im Streit laut wird? Wenn dein Körper sofort zumacht, kennst du diese Reaktion von früher.
Wo genau sitzt es? Nacken und Kiefer gehören oft zu zurückgehaltener Wut. Der Hals und die Brust eher zu Trauer. Das ist keine Formel, aber es ist ein Hinweis, dem man nachgehen kann.
Warum Entspannung allein nicht reicht
Massage, Wärme, Dehnen: all das entspannt den Muskel für den Moment.
Es ändert nur nichts an dem Auftrag, den der Muskel hat. Solange er weiter etwas halten soll, spannt er sich wieder an. Manchmal noch am selben Abend.
Deshalb ist die Erfahrung so verbreitet, dass die Massage guttut und nichts löst. Sie arbeitet am Symptom, während der Auftrag bleibt.
Was der andere Weg ist
Nicht entspannen, sondern ausdrücken.
Der Impuls, der jahrelang gehalten wurde, muss einmal seinen Weg zu Ende gehen dürfen. Danach muss er nicht mehr gehalten werden.
Das klingt einfacher, als es ist, denn dieser Impuls wurde aus gutem Grund gehalten. Für viele ist der erste laute Ton nach dreißig Jahren ein größerer Schritt als jeder Sport.
Was das praktisch heißt, steht in diesem Beitrag. Und was mit Wut passiert, die keinen Ort hat, steht in diesem hier.
Ein kleiner Anfang
Beim nächsten Mal, wenn du merkst, dass der Nacken hart wird, halt einen Moment inne und frag dich:
Was wollte ich gerade sagen und habe es nicht gesagt?
Bei den meisten kommt sofort eine Antwort. Und sie ist selten harmlos.
Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Der Autor
Fabian Schaub
Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte
Wenn du das Muster bei dir sehen willst.
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Die Community Beziehungsdynamiken startet im Oktober 2026, 149 Euro im Monat, monatlich kündbar. Wer auf der Warteliste steht, erfährt es als Erste oder Erster.
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