Fabian Schaub

Blog · Beziehung · 3 Min. Lesezeit

Bleiben wir wegen der Kinder zusammen?

Die Frage, die viele Paare jahrelang aufschieben. Was Kindern tatsächlich schadet, was ihnen hilft, und welche dritte Möglichkeit es gibt.

Von Fabian Schaub · 1. Mai 2026

Diese Frage stellt sich nicht an einem Abend. Sie steht seit Monaten im Raum, manchmal seit Jahren, und keiner spricht sie aus.

Und wenn sie ausgesprochen wird, kommt fast immer derselbe Satz: Ich will den Kindern das nicht antun.

Das ist ein ehrenwerter Satz. Er beruht nur auf einer Annahme, die so nicht stimmt.

Was Kindern tatsächlich schadet

Die Annahme lautet: Trennung schadet, Zusammenbleiben schützt.

Die Forschung dazu sagt etwas anderes. Der entscheidende Faktor ist nicht, ob Eltern zusammenbleiben. Der entscheidende Faktor ist der Konflikt.

Kinder, die in einem dauerhaft angespannten Zuhause aufwachsen, sind stärker belastet als Kinder getrennter Eltern, die danach halbwegs sachlich miteinander umgehen.

Das heißt nicht, dass eine Trennung leicht ist oder gut. Es heißt: Zusammenbleiben ist keine sichere Wahl. Es ist auch eine Entscheidung mit Folgen.

Was Kinder mitbekommen

Mehr, als Eltern glauben.

Ein Kind liest die Stimmung, nicht die Worte. Es merkt, wenn zwei Menschen sich aus dem Weg gehen. Es merkt, wenn Freundlichkeit gespielt ist.

Und weil niemand es erklärt, sucht es die Erklärung bei sich.

Das ist der Punkt, an dem Schaden entsteht. Nicht durch Streit, den es einordnen kann, sondern durch eine Spannung, die es spürt und die niemand benennt.

Was Kinder in einem erstarrten Zuhause lernen

Das ist der Teil, der bei dieser Entscheidung meistens fehlt.

In den ersten sieben Lebensjahren lernt ein Kind, wie Beziehung funktioniert. Nicht aus Erzählungen, sondern aus dem, was es täglich sieht.

Wenn es sieht, dass zwei Menschen nebeneinander funktionieren, sich nicht mehr berühren und nicht mehr streiten, dann lernt es genau das über Beziehungen.

Und es wird das später wiederholen. Nicht, weil es das will, sondern weil es der Maßstab ist, den es hat.

Ihr wollt euren Kindern etwas ersparen. Fragt euch, was ihr ihnen gerade zeigt.

Wie das genau funktioniert, steht in diesem Beitrag.

Die dritte Möglichkeit, die selten benannt wird

Es gibt nicht nur zwei Optionen.

Manche Paare hören als Paar auf und bleiben als Eltern verlässlich zusammen. Manchmal sogar räumlich, manchmal getrennt.

Das ist keine Empfehlung für alle. Es ist eine Möglichkeit, die es gibt und die viele nie in Betracht ziehen, weil sie in Kategorien denken: zusammen oder getrennt.

Manche entscheiden das sogar mit einem Zeitraum, zum Beispiel bis die Kinder das siebte Lebensjahr hinter sich haben. Das ist eine bewusste Entscheidung, keine Erstarrung, und der Unterschied ist groß: Bewusst gewählt kann eine Konstellation tragen, die unfreiwillig ausgehalten zermürbt.

Die Fragen, die weiterführen

Statt "Sollen wir wegen der Kinder bleiben?" führen andere Fragen weiter.

Was genau wollen wir den Kindern ersparen? Meistens: den Verlust der Familie. Das ist ernst zu nehmen.

Was muten wir ihnen gerade zu? Ehrlich beantwortet, mit dem, was sie täglich sehen.

Haben wir tatsächlich alles versucht? Nicht: Haben wir uns Mühe gegeben. Sondern: Waren wir schon einmal an der Stelle, an der es bei uns immer kippt? Viele Paare arbeiten jahrelang an der Oberfläche und halten die Beziehung deshalb für ausgereizt.

Und wenn wir uns trennen: Können wir als Eltern zusammenarbeiten? Das ist die Frage, die für die Kinder am meisten entscheidet.

Was ich nicht tun werde

Ich sage dir nicht, was ihr tun sollt. Das kann niemand von außen, und wer es tut, nimmt sich zu viel heraus.

Was ich sagen kann: Die Entscheidung sollte nicht auf einer falschen Annahme beruhen. Und die Annahme, dass Zusammenbleiben automatisch das Kindeswohl schützt, ist eine.

Woran ihr erkennt, ob noch etwas möglich ist, steht in diesem Beitrag.

Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Fabian Schaub

Der Autor

Fabian Schaub

Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte

Wenn du das Muster bei dir sehen willst.

Daniel und ich bauen gerade die Community Beziehungsdynamiken. Start ist im Oktober 2026, die Warteliste ist offen.

Die Community Beziehungsdynamiken startet im Oktober 2026, 149 Euro im Monat, monatlich kündbar. Wer auf der Warteliste steht, erfährt es als Erste oder Erster.

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