Fabian Schaub

Blog · Prägung · 3 Min. Lesezeit

Warum es bei dir nie länger als ein paar Monate hält

Es endet bei dir immer früh, oft schon nach zwei oder drei Monaten. Was in den ersten acht Lebensmonaten passiert ist und warum Nähe eng wird.

Von Fabian Schaub · 29. Juni 2026

Du lernst jemanden kennen. Es ist gut. Ihr schreibt viel, ihr seht euch oft, es fühlt sich leicht an.

Und dann, meistens zwischen dem zweiten und dem vierten Monat, kippt etwas.

Nicht durch einen Streit. Es wird einfach eng. Du brauchst plötzlich Abstand, du weißt selbst nicht genau wovor. Oder der andere zieht sich zurück, und du kannst dir nicht erklären, was passiert ist.

Wenn dir das mehr als einmal passiert ist, hast du kein Pech. Du hast ein Muster. Und dieses Muster hat eine ziemlich genaue Adresse.

Die erste Frage deines Lebens

In den ersten sieben Lebensjahren lernst du, wie Beziehung funktioniert. Das läuft in vier Abschnitten ab, und der erste ist der kürzeste.

Er geht ungefähr bis zum achten Lebensmonat.

In dieser Zeit beantwortet sich für dich eine einzige Frage. Sie lautet nicht: Werde ich geliebt? Sie lautet:

Kann ich mich fallen lassen, ohne dass es gefährlich wird?

Ein Baby kann noch nichts. Es kann nicht sagen, was es braucht, und es kann sich nichts selbst holen. Es kann nur da sein und darauf angewiesen sein, dass jemand kommt.

Wenn jemand verlässlich kommt, lernt der Körper: Ich kann loslassen. Es ist jemand da.

Wenn niemand kommt, oder mal jemand und mal nicht, lernt der Körper etwas anderes: Ich muss selbst aufpassen. Verlassen kann ich mich auf niemanden.

Was daraus im Erwachsenenleben wird

Das ist keine Erinnerung. Du kannst dich an diese Zeit nicht erinnern, niemand kann das.

Es ist etwas Körperliches. Eine Grundeinstellung, die läuft, bevor du denkst.

Wer diese Phase gut durchlaufen hat, kann sich in Nähe entspannen. Nicht weil er mutiger ist, sondern weil sein System Nähe nicht als Gefahr einstuft.

Wer sie nicht gut durchlaufen hat, erlebt Nähe anders. Am Anfang geht es. Solange noch Abstand da ist, solange noch nicht klar ist, was das wird, ist alles gut.

Und genau dann, wenn es verbindlich wird, schlägt etwas an. Nicht als Gedanke. Als Enge im Brustkorb, als plötzliche Müdigkeit, als das Bedürfnis, mal zwei Tage nichts zu hören.

Warum der Zeitpunkt so verräterisch ist

Beziehungen durchlaufen dieselben vier Abschnitte noch einmal, in derselben Reihenfolge.

Die Vertrauensfrage kommt zuerst. Bei den meisten in den ersten Monaten, wenn aus Kennenlernen etwas Festes wird.

Wenn es bei dir dort kippt, dann nicht, weil die Person nicht passte. Sondern weil an dieser Stelle bei dir am wenigsten Boden liegt.

Deshalb ist die Zeit, nach der es endet, kein Detail. Sie sagt dir, wo du hinschauen musst. Mehr dazu steht in diesem Beitrag.

Woran du es bei dir erkennst

Ein paar Sätze, die oft dazugehören:

Ich brauche meine Freiheit. Ich weiß nicht, ob ich der Typ für Beziehungen bin. Ich merke schnell, ob jemand der Richtige ist, und meistens ist er es nicht.

Und dann der Satz, an dem es am deutlichsten wird: Wenn mir jemand zu nah kommt, wird es mir zu viel.

Das klingt nach Geschmack. Es ist aber eine Reaktion, die älter ist als jede Beziehung, die du je hattest.

Was du damit machen kannst

Nicht: dich zwingen, länger zu bleiben. Das hält nicht, weil dein System schneller ist als dein Vorsatz.

Was hilft, ist zuerst das Erkennen. Wenn du das nächste Mal spürst, dass es eng wird, sag es dir innerlich: Da ist es wieder. Nicht die Person. Die alte Stelle.

Allein das verändert etwas. Denn solange du glaubst, es liegt an der Person, wechselst du die Person. Und landest an derselben Stelle.

Der zweite Schritt geht tiefer. Er hat mit deiner frühesten Beziehung zu tun, und die war die zu deiner Mutter. Was das heißt, steht in diesem Beitrag.

Das ist keine Schuldzuweisung. Kein Mensch kommt aus einer perfekten ersten Zeit. Es geht nur darum, zu sehen, was damals gelernt wurde, und ob es heute noch stimmt.

Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Fabian Schaub

Der Autor

Fabian Schaub

Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte

Wenn du das Muster bei dir sehen willst.

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Die Community Beziehungsdynamiken startet im Oktober 2026, 149 Euro im Monat, monatlich kündbar. Wer auf der Warteliste steht, erfährt es als Erste oder Erster.

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