Fabian Schaub

Blog · Beziehung · 3 Min. Lesezeit

Was mache ich falsch? Warum die Frage schon der halbe Weg ist

Du fragst dich, was du falsch machst. Die Frage ist richtig, nur die Stelle stimmt nicht. Wo du wirklich suchen musst, wenn es immer gleich endet.

Von Fabian Schaub · 5. September 2026

Es ist wieder vorbei. Oder es hat wieder nicht angefangen.

Und irgendwann, meistens abends, kommt der Satz: Was mache ich eigentlich falsch?

Wenn du diese Frage stellst, gehörst du schon zu einer kleineren Gruppe. Die meisten fragen: Was ist mit den anderen los? Du fragst nach innen.

Das ist richtig. Du suchst nur an der falschen Stelle.

Wo die meisten suchen

Wenn Menschen sich fragen, was sie falsch machen, landen sie fast immer beim Verhalten.

Habe ich zu schnell geschrieben. War ich zu verfügbar. War ich zu distanziert. Habe ich zu viel erzählt. Hätte ich warten sollen.

Und dann kommt die Korrektur: beim nächsten Mal anders. Langsamer, cooler, offener, was auch immer.

Beim nächsten Mal endet es trotzdem an derselben Stelle.

Das ist kein Zufall und kein Pech. Es ist ein Hinweis.

Die Stelle ist wichtiger als das Verhalten

Nimm dir deine letzten drei Beziehungen oder Beinahe-Beziehungen. Nicht die Menschen. Die Stelle.

Nach wie langer Zeit war Schluss?

Bei manchen ist immer nach drei Monaten Schluss. Bei manchen nach acht. Bei manchen nach einem Jahr. Bei manchen fängt es nie richtig an.

Wenn dort dreimal ungefähr dasselbe steht, dann hast du etwas gefunden, was mit Verhalten nichts zu tun hat. Denn dein Verhalten war in drei verschiedenen Beziehungen nicht identisch. Die Stelle schon.

Was diese Stelle bedeutet

In den ersten sieben Lebensjahren lernst du, wie Beziehung funktioniert. Das läuft in vier Abschnitten ab.

Zuerst geht es darum, ob du dich fallen lassen kannst. Dann darum, ob genug für dich da ist. Dann darum, ob du du selbst sein darfst. Und zuletzt darum, ob du gesehen wirst, auch wenn du gerade nichts leistest.

Jede Beziehung, die du als Erwachsener führst, spielt diese vier Abschnitte noch einmal durch. In derselben Reihenfolge. An jedem Übergang gibt es Reibung.

Und dort, wo du damals am wenigsten mitbekommen hast, kippt es heute.

Deshalb ist die Zeit, nach der es endet, kein Detail. Sie ist eine Adresse.

Ausführlicher steht das in diesem Beitrag über die ersten sieben Lebensjahre. Und wenn du wissen willst, warum es nach ungefähr sieben Jahren auch in langen Beziehungen kracht, liest du hier weiter.

Warum du das nicht mit Tipps löst

Es gibt viele gute Ratschläge da draußen. Kommuniziere deine Bedürfnisse. Kenne deinen Bindungstyp. Setze Grenzen.

Das ist alles richtig. Es setzt nur voraus, dass du in dem Moment, in dem es zählt, Zugriff darauf hast.

Hast du aber nicht. Wenn es eng wird, entscheidet nicht dein Wissen. Es entscheidet das, was dein Körper vor dreißig Jahren gelernt hat. Und der ist schneller als jeder Ratschlag.

Deshalb kannst du alles über Beziehungen wissen und trotzdem jedes Mal dasselbe erleben. Das ist kein Widerspruch. Das ist die Regel.

Die ehrliche Antwort

Du machst nichts falsch im Sinne von: Du bist zu doof dafür oder du strengst dich nicht genug an.

Du hast an der falschen Stelle gearbeitet.

Du hast am Verhalten gearbeitet, obwohl das Problem in der Auswahl liegt. Du hast an der Beziehung gearbeitet, obwohl das Thema vor der Beziehung liegt.

Das ist die gute Nachricht daran. Denn Verhalten zu ändern ist mühsam und hält selten. Zu sehen, wonach du auswählst und warum, verändert etwas, das darunter liegt.

Was jetzt

Schreib die drei Stellen auf. Nur die Zeiträume, nichts weiter.

Wenn du dabei ein Muster siehst, hast du mehr gelernt als aus zehn Ratgebern.

Und wenn du wissen willst, was an dieser Stelle damals passiert ist, dann ist das die Arbeit, die dahinter liegt. Sie ist nicht kompliziert. Aber sie geht nicht allein im Kopf.

Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Fabian Schaub

Der Autor

Fabian Schaub

Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte

Wenn du das Muster bei dir sehen willst.

Daniel und ich bauen gerade die Community Beziehungsdynamiken. Start ist im Oktober 2026, die Warteliste ist offen.

Die Community Beziehungsdynamiken startet im Oktober 2026, 149 Euro im Monat, monatlich kündbar. Wer auf der Warteliste steht, erfährt es als Erste oder Erster.

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