Fabian Schaub

Blog · Geld und Business · 3 Min. Lesezeit

Warum du nicht abgeben kannst

Du weißt, dass du abgeben müsstest, und tust es nicht. Warum Kontrolle selten eine Führungsfrage ist und wo sie tatsächlich herkommt.

Von Fabian Schaub · 28. August 2026

Du weißt es selbst. Du sagst es sogar manchmal laut: Ich müsste mehr abgeben.

Du hast Leute, die das könnten. Du hast Prozesse aufgeschrieben. Du hast es zweimal versucht.

Und du machst es trotzdem wieder selbst. Weil es schneller geht. Weil es dann richtig ist. Weil du es beim letzten Mal nachbessern musstest.

Jede dieser Begründungen stimmt für sich. Zusammen ergeben sie ein Muster.

Die Erklärungen, die du dir gibst

Es gibt drei Standardbegründungen, und alle drei klingen vernünftig.

Es geht schneller, wenn ich es selbst mache. Stimmt kurzfristig. Auf ein Jahr gerechnet stimmt es nie.

Meine Standards sind höher. Manchmal wahr. Aber wenn niemand je die Chance bekommt, den Standard zu lernen, bleibt er auch niemandes Standard.

Es ist gerade zu viel los, um jemanden einzuarbeiten. Das ist der Satz, der sich am längsten hält, weil es immer zu viel zu tun gibt.

Was darunter liegt

Delegieren heißt: Ich gebe etwas aus der Hand und der Ausgang hängt von jemand anderem ab.

Genau das ist die Stelle.

Wenn du früh gelernt hast, dass es riskant ist, sich auf andere zu verlassen, dann fühlt sich Abgeben nicht nach Entlastung an. Es fühlt sich nach Gefahr an.

Dein Kopf weiß, dass die Person kompetent ist. Dein System reagiert trotzdem, als würdest du dich in Abhängigkeit begeben. Und dein System ist schneller.

Die zweite Wurzel: Selbstmachen als Identität

Es gibt noch etwas.

Bei vielen Unternehmern ist das Selbermachen nicht nur Kontrolle. Es ist Selbstwert.

Wer als Kind gelernt hat, dass er über Leistung gesehen wird, hat einen sehr direkten Zusammenhang gelernt: Ich bin wertvoll, wenn ich liefere.

Und was passiert, wenn du nicht mehr lieferst, sondern nur noch verantwortest? Wenn andere die Arbeit machen und du nur noch entscheidest?

Für viele ist genau das der unangenehmste Zustand. Nicht der Kontrollverlust. Sondern die Frage, wofür sie dann noch da sind.

Mehr dazu steht in diesem Beitrag.

Woran du erkennst, welche der beiden es ist

Zwei einfache Prüfungen.

Wenn du an Kontrolle hängst, dann kontrollierst du nach. Du liest jede Mail mit, du schaust dir jedes Ergebnis an, du greifst ein, bevor jemand fertig ist.

Wenn es um deinen Wert geht, dann nimmst du dir Aufgaben zurück. Du übernimmst Dinge, die längst delegiert waren, weil du dich unwohl fühlst, wenn du nichts Sichtbares beiträgst.

Manche haben beides. Das ist unangenehm, aber es ändert nichts am Weg.

Was das kostet

Es lohnt sich, die Rechnung einmal aufzumachen.

Ein Unternehmen, in dem alles Wichtige über eine Person läuft, wächst nur so weit, wie diese Person Stunden hat. Es ist außerdem schlecht verkäuflich, weil ein Käufer den Wert nicht ohne dich bekommt.

Und es bindet gute Leute nicht. Wer merkt, dass er nicht wirklich verantwortet, geht irgendwann. Warum das oft nach anderthalb bis zwei Jahren passiert, steht in diesem Beitrag.

Der erste Schritt, klein genug

Such dir eine Aufgabe aus, die dir nicht wichtig ist. Nicht die wichtigste, an der du üben willst, sondern eine, bei der ein schlechtes Ergebnis nichts kostet.

Gib sie ab. Und dann tu genau eine Sache: Schau nicht nach.

Halte aus, was in dir passiert. Bei den meisten kommt Unruhe, manchmal echte Anspannung. Das ist nicht die Sorge um die Aufgabe. Das ist die alte Stelle.

Was dabei körperlich passiert, steht in diesem Beitrag.

Wenn diese Unruhe kleiner wird, wird Delegieren möglich. Vorher hilft kein Prozess und kein Werkzeug.

Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Fabian Schaub

Der Autor

Fabian Schaub

Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte

Wenn du das Muster bei dir sehen willst.

Daniel und ich bauen gerade die Community Beziehungsdynamiken. Start ist im Oktober 2026, die Warteliste ist offen.

Die Community Beziehungsdynamiken startet im Oktober 2026, 149 Euro im Monat, monatlich kündbar. Wer auf der Warteliste steht, erfährt es als Erste oder Erster.

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