Fabian Schaub

Blog · Geld und Business · 2 Min. Lesezeit

Zwischen Wissen und Tun liegt etwas, das kein Plan löst

Er weiß es, er kann es, er tut es nicht. Was zwischen Wissen und Tun steht und warum mehr Motivation die Lücke nicht schließt.

Von Fabian Schaub · 8. August 2026

Jeder, der mit Menschen arbeitet, kennt diese Lücke.

Ein Mensch weiß genau, was er tun müsste. Er kann es begründen. Er hat die Fähigkeiten. Und er tut es nicht.

Und je länger das so geht, desto mehr Scham kommt dazu. Denn er merkt selbst, dass es nicht an Information liegt.

Was in der Lücke steht

Nicht Faulheit. Nicht fehlende Motivation. Und fast nie mangelnde Disziplin.

In der Lücke steht ein Preis.

Jede Veränderung kostet etwas, und der Preis wird selten ausgesprochen. Manchmal ist er dem Menschen selbst nicht klar.

Zugehörigkeit. Wenn jemand in seiner Familie der Erste wäre, der Erfolg hat, kostet Erfolg Abstand. Niemand sagt das laut. Aber ein Teil von ihm weiß: Wenn ich das mache, gehöre ich nicht mehr dazu.

Sicherheit. Der jetzige Zustand ist unangenehm, aber bekannt. Bekannt schlägt gut, wenn früh gelernt wurde, dass Veränderungen gefährlich sind.

Ein Selbstbild. Manche Menschen sind seit Jahren der, der kämpft. Wenn der Kampf endet, wer sind sie dann? Das ist eine echte Frage, keine rhetorische.

Warum mehr Druck es schlimmer macht

Der übliche Reflex ist: klarere Ziele, mehr Verbindlichkeit, engere Termine.

Das funktioniert kurz. Danach ist es schlimmer als vorher.

Denn wenn jemand innerlich einen guten Grund hat, etwas nicht zu tun, dann kämpft er unter Druck an zwei Fronten: gegen die Aufgabe und gegen dich. Und irgendwann gegen sich selbst.

Nach zwei, drei Runden ist er nicht weiter. Er hat nur einen weiteren Beleg dafür gesammelt, dass er es nicht schafft.

Die Frage, die weiterführt

Statt zu fragen, wie er es schafft, frag, was passieren würde, wenn er es täte.

Was wäre daran unangenehm, wenn das ab morgen läuft?

Diese Frage überrascht die meisten. Sie ist auch die einzige, die den Preis sichtbar macht.

Typische Antworten, wenn jemand ehrlich ist:

Dann habe ich keine Ausrede mehr. Dann muss ich liefern. Dann sind ein paar Leute in meinem Umfeld irritiert. Dann bin ich allein damit.

Ab hier ist das Gespräch ein anderes. Und ab hier passiert auch etwas.

Warum die Ursache meistens älter ist

Diese Bremsen sind nicht im Erwachsenenleben entstanden.

Wer als Kind gelernt hat, dass Sich-Zeigen Ärger bringt, hat eine Bremse beim Sichtbarwerden. Wer gelernt hat, dass er nicht mehr nehmen darf, als da ist, hat eine Bremse beim Fordern. Wer gelernt hat, dass Anerkennung an Leistung hängt, kann nicht aufhören zu arbeiten und trotzdem nicht abgeben.

Das sind keine Meinungen über sich selbst. Das sind körperliche Reaktionen, die schneller sind als jeder Vorsatz.

Wo sie entstehen, steht in diesem Beitrag.

Was daraus für deine Arbeit folgt

Zwei Dinge.

Erstens: Wenn Wissen und Können da sind und trotzdem nichts passiert, wechsle die Ebene. Alles, was du noch an Strategie nachlegst, verstärkt nur die Scham. Mehr dazu steht in diesem Beitrag.

Zweitens: Diese Ebene braucht mehr als ein Gespräch. Über eine Bremse zu reden löst sie nicht, weil sie nicht aus Worten besteht. Was hilft, ist Ausdruck. Was das ist, steht in diesem Beitrag.

Und die ehrliche Grenze: Führ niemanden an eine Stelle, an der du selbst noch nie warst. Das merkt jeder Klient, und dann geht er nicht mit.

Coaching ist keine Therapie und kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Was ich hier beschreibe, sind Muster, wie ich sie in der Arbeit mit Menschen und an mir selbst sehe. Ich kann dir keine Heilung versprechen. Und keine Beziehung.

Fabian Schaub

Der Autor

Fabian Schaub

Coach für kindheitliche Prägungsmuster und Gestaltcoach, Nürnberg. Über 500 bezahlte Einzelsitzungen in 18 Monaten, über 2.500 Stunden eigene Ausbildung, Ausbilder gemeinsam mit Daniel Doray. Länger Single als in Beziehung, heute verlobt. Die ganze Geschichte

Wenn du das Muster bei dir sehen willst.

Daniel und ich bauen gerade die Community Beziehungsdynamiken. Start ist im Oktober 2026, die Warteliste ist offen.

Die Community Beziehungsdynamiken startet im Oktober 2026, 149 Euro im Monat, monatlich kündbar. Wer auf der Warteliste steht, erfährt es als Erste oder Erster.

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